Bad Reichenhall. Am 4. Mai wurde die Urkunde zur Gesellschaftsgründung der Berchtesgadener Land Bahn im Landratsamt Bad Reichenhall von Herrn Landrat Georg Grabner sowie von Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur und Technologie, der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, der Eigentümer Salzburg AG - Salzburger Lokalbahn und Arriva – Regentalbahn AG feierlich unterzeichnet. Das Betriebskonzept setzt auf verbesserten Kundennutzen durch mehr Komfort in den neuen Triebwagen, mehr Kundenservice durch Schaffner/innen im Zug und einen verdichteten Fahrplan.
13. Dezember: Start der Berchtesgadener Land Bahn
2006 haben die Regentalbahn AG gemeinsam mit der Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation als Bietergemeinschaft den Zuschlag für den Betrieb der Bahnstrecke erhalten. Ab 13. Dezember 2009 übernimmt die Berchtesgadener Land Bahn die Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Leistungen auf der Strecke Freilassing - Bad Reichenhall - Berchtesgaden. In den nächsten sieben Monaten bis zum Start laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Der neue Fahrplan steht fest, die neuen Triebwagen sind in Produktion, es werden rund 30 Mitarbeiter eingestellt und geschult sowie Marketingmaßnahmen umgesetzt.
„Als größter Mobilitätsanbieter im Bundesland Salzburg mit etwa 160.000 täglichen Kundenkontakten und ausgewiesenen Erfahrungen im touristischen Verkehr, sehen wir uns bestens gerüstet, auch die Berchtesgadener Land Bahn zu einem Erfolgsmodell zu machen“, so Dr. Arno Gasteiger, Vorstandsprecher der Salzburg AG. „Das Engagement im Berchtesgadener Land ist eine logische Konsequenz aus der Rolle der Salzburg AG als führendes Infrastrukturunternehmen im Zentralraum Salzburg“, ergänzt Vorstandsdirektor Mag. August Hirschbichler.
Erfolgsfaktor Kundenservice
„Das Erfolgsmodell Regentalbahn und Salzburger Lokalbahn war 2006 wesentliches Entscheidungskriterium für den Zuschlag“, berichtet Dipl.-Kfm. Gerhard Knöbel, Vorstand der Regentalbahn AG. „Und dieses wollen wir auch im Berchtesgadener Land umsetzen“, ergänzt Gunter Mackinger, Direktor der Salzburger Lokalbahn. Ab Juni 2009 werden 16 Triebfahrzeugführer in Theorie, Praxis und Fahrzeugschulung ausgebildet. Die benötigten Zugbegleiter werden ab September folgen. „Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass der Einsatz von Schaffnern bei den Fahrgästen äußerst positiv angenommen wird“, so Mackinger weiter. Neu wird auch sein, dass Fahrkarten im Zug ohne Aufschlag gekauft werden können. „Damit sparen die Fahrgäste nicht nur Zeit, sie können darüber hinaus auch nicht mehr mit einem falschen Ticket unterwegs sein“, so DWI Arnulf Schuchmann, Geschäftsführer der neuen Gesellschaft.
Georg Grabner, Landrat des Landkreises Berchtesgaden betont die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen: „Ursprünglich waren 12 Personen beschäftigt, künftig werden es 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein, die nach deutschem Arbeitsvertrag für die Berchtesgadener Land Bahn tätig sind. Bedeutend ist weiter, dass durch diesen Vertragsabschluss der Betrieb der Strecke bis 2021 gesichert und ein moderner, kundenfreundlicher Betrieb gewährleistet ist.“
Moderne, umweltfreundliche Triebfahrzeuge
Mitte Juli werden die ersten Elektrotriebwagen namens „FLIRT“ nach Freilassing geliefert, die dann zu Probe- und Schulungsfahrten unterwegs sein werden. „FLIRT“ ist die Abkürzung für „Flinke-Leichte-Innovative-Regional-Triebwagen“ des renommierten Schweizer Herstellers Stadler. Für die Fahrgäste bedeutet das mehr Komfort, denn neben den komfortablen 2. Klasse Sitzplätzen ist es auch möglich, 1. Klasse zu reisen. Darüber hinaus sind die Züge behindertengerecht ausgestattet. So können nicht nur Rollstühle, sondern auch Fahrräder und Kinderwagen bequem transportiert werden.
Neuer Fahrplan: Auch am Wochenende mehr Fahrten
Kurz zusammengefasst bedeutet der neue Fahrplan mehr Fahrten während der Woche und auch deutlich mehr Fahrten an den Wochenenden. „Es werden täglich über 60 Züge auf der Strecke verkehren und es werden im Jahr 505.000 Zugkilometer zurücklegen“, erläutert Johann Wick, Verkehrsmanager des Landkreises Berchtesgadener Land, den ab 13. Dezember gültigen Fahrplan. Dies sind rund 85.000 Zug-Kilometer mehr, als ursprünglich verhandelt. Der erste Zug verkehrt um 5:11 Uhr (ab Freilassing), der letzte Zug kommt um 23:34 Uhr (am Wochenende um 0:22 Uhr) in Berchtesgaden an.
Weitere Eckpunkte des neuen Fahrplans:
Daten & Fakten zur Strecke
Regentalbahn AG in Kürze:
In Bayern, Sachsen, Thüringen und grenzüberschreitend in die Tschechische Republik erbringt die Regentalbahn AG unter dem Siegel „Die Länderbahn“ Personen- und Güterverkehr auf der Schiene.
Für verlässlichen Service in Bayern sorgt das Tochterunternehmen Regental Bahnbetriebs-GmbH.
Die Vogtlandbahn-GmbH sorgt in Sachsen, Thüringen und Bayern seit 1996 für zuverlässige Verkehrsleistungen, die zum Teil länderübergreifend bis in die Tschechische Republik verkehren. Mit seinem neuen Produkt alex betreibt die Vogtlandbahn-GmbH seit Dezember 2007 Nahverkehrsleistungen vom Bodensee über München bis nach Hof und Prag. Mit dem Vogtland-Express verbindet sie zudem das Vogtland mit der Bundeshauptstadt Berlin.
Als kompetentes Zentrum für Reparatur und Wartung von Schienenfahrzeugen ist die Regental Fahrzeugwerkstätten-GmbH in Neumark, Schwandorf und Viechtach präsent.
Gegründet im Jahre 1889 hat sich die Regentalbahn AG – Die Länderbahn zu einer der größten Privatbahnen im Schienenpersonennahverkehr entwickelt. Im Jahre 2004 wurde das Unternehmen an Arriva Deutschland GmbH veräußert. Seitdem sorgen die rund 600 Mitarbeiter für zuverlässigen Service auf rund 11,7 Millionen Zugkilometern pro Jahr.
Mehr Information unter www.arriva.de, www.vogtlandbahn.de, www.mobil-mit-alex.de
Salzburg AG in Kürze:
Die Salzburg AG ist der wichtigste Dienstleister für Energie und Infrastruktur in Stadt und Land Salzburg und beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das „Multi-Utility“-Unternehmen versorgt vorwiegend Salzburg mit Strom, Erdgas, Fernwärme, Wasser, Verkehr, Kabel-TV, Internet und Telefonie. Die Salzburg AG betreibt den öffentlichen Verkehr und befördert unter den Marken Salzburger Lokalbahn (SLB) und StadtBus rund 42 Mio. Fahrgäste. Rund 4,5 Mio. Menschen nützen pro Jahr die 35 km lange Strecke der SLB von Salzburg und Trimmelkam. Der Gütertransport erfolgt nicht nur auf der eigenen Strecke, sondern auch im Schienenetz der ÖBB und DB AG. Die acht Obuslinien (StadtBus), die auf einem Netz von 155 km verkehren, nutzen rund 36 Mio. Fahrgäste im Jahr. Seit 2006 betreibt die Salzburger Lokalbahn auch die Schafbergbahn & Wolfgangseeschifffahrt und seit Juli 2008 die Pinzgauer Lokalbahn von Zell am See nach Krimml im Auftrag des Landes.
Ansprechpartner für Rückfragen:
Salzburger Lokalbahn
Direktor Gunter Mackinger
Plainsstraße 70
5021 Salzburg
Tel. 0662- 4480- 6102
Die Länderbahn – Regentalbahn AG
DI Gerhard Knöbel
Bahnhofsplatz 1
94234 Viechtach
Tel.: +49 9942 / 946580