Bayerns Verkehrsminister Zeil begrüßt Ausbau der Bahnverbindung München – Prag

Zeil: „Paradebeispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit“

MÜNCHEN Mit beschleunigten Verbindungen, komfortableren Fahrzeugen und besserem Service wird ab Dezember 2009 der Schienenverkehr zwischen Bayern und Tschechien belebt. Das Bayerische Verkehrsministerium, die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) und das Ministerium für Verkehr der Tschechischen Republik haben entsprechende Verkehrsleistungen bei den Verkehrsunternehmen Vogtlandbahn und Tschechische Bahn Ceske Drahy (CD) bestellt.

Bayerns Verkehrsminister Zeil: „Mit dem neuen grenzübergreifenden Konzept schaffen wir ein attraktives Angebot für die Fahrgäste. Es übertrifft in Preis und Geschwindigkeit deutlich den von der DB im Jahr 2002 eingestellten Fernverkehr nach Tschechien. Damit wächst Europa weiter zusammen.“

Die Vogtlandbahn übernimmt auf deutscher Seite die Verkehre zwischen Nürnberg und Prag. Sie fährt zusätzliche alex-Züge zwischen München und Regensburg. Durch die Bestellung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und des tschechischen Verkehrsministeriums wird künftig der gesamte Bahnverkehr zwischen Prag und Bayern in Kooperation von Vogtlandbahn und Tschechischer Bahn erbracht. Zeil: „Das neue Angebot ist ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien im Verkehrssektor.“ Dies sei umso erfreulicher, da Bund und DB-Fernverkehr in den letzten Jahren trotz des tschechischen EU-Beitritts kein Engagement zur Weiterentwicklung des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs gezeigt hätten.

Auf den Strecken München – Prag und Nürnberg – Prag kommen im Rahmen der grenzüberschreitenden Kooperation deutsche und tschechische Wagen zum Einsatz. Insgesamt vier Zugpaare verkehren im Vier-Stundentakt von Prag bis Schwandorf und werden dort abwechselnd nach München und Nürnberg weitergeführt. Durch schnelle Umsteigeverbindungen in Schwandorf ergeben sich für beide bayerischen Metropolen über den Tag verteilt vier Prag-Verbindungen. Die Reisezeiten von Nürnberg und München nach Prag verringern sich von derzeit rund fünf bzw. sechs Stunden um jeweils etwa 15 Minuten.

Die Vogtlandbahn wird unter ihrem Markenzeichen alex erstmals auch die bislang von DB Regio gefahrenen Züge Nürnberg – Prag übernehmen. Dadurch kommt die moderne alex-Diesellok künftig bei allen Zügen grenzüberschreitend bis Pilsen zum Einsatz. Dadurch entfällt der zeitraubende Lokwechsel am Grenzbahnhof Furth im Wald. Durch das neue Prag-Konzept entstehen zwischen München und Regensburg zusätzlich zum bestehenden Stundentakt des BAYERN-TAKTs neue Expressverbindungen. Diese Sprinterzüge mit Halt nur in Landshut und teilweise Freising sorgen auf dieser nachfragestarken Achse für noch bessere Verbindungen. „Die Expresszüge bieten den Fahrgästen zwischen München und Regensburg nicht nur mehr Platz, sondern auch kürzere Fahrzeiten. Damit verbessern wir die Anbindung von Ostbayern an München weiter“, so Bayerns Verkehrsminister Zeil.

In Nürnberg haben die Prag-Züge schlanke Anschlüsse an die ICE-Linie Richtung Dortmund. Dadurch führt die schnellste Bahnverbindung auch von Westdeutschland nach Tschechien künftig über Nürnberg – Furth im Wald statt über Dresden.

Alle Züge sind bewirtschaftet und verfügen über Mehrzweckabteile zur Mitnahme von Fahrrädern. In den tschechischen Zuggarnituren werden moderne, überwiegend klimatisierte Großraum- und Abteilwagen, sowie ein Bordbistro eingesetzt. Damit nähert sich der Fahrtkomfort der Züge dem EuroCity-Standard an.